Der Protest ist verständlich (Pressemitteilung)
Posted by presse on Under UncategorizedUtl: Blockaden sind kein Allheilmittel
Allen alles, natürlich umsonst und möglichst politisch passend. Es genügt, am am Himmlischen Bankomaten den richtigen Code einzugeben und alles wird gut. Diesen Eindruck vermittelt die links geführte Hochschülerschaftsspitze im Zuge der Debatten rund um die Uni-Misere.
„Angesichts der geplanten realen Kürzungen im Hochschulbudget bei gleichzeitiger Gesprächsverweigerung und Planlosigkeit bezüglich der Hochschulfinanzierung, ist ein Zeichen des Protests angebracht. Auch die geplante Form der Protestabhaltung ist, im Gegensatz zu Besetzungen und Verwüstungen universitärer Bildungseinrichtungen, zu begrüßen,“ so Venzel Czernin, Bundesvorsitzender der Jungen Europäischen Studenteninitiative (JES).
Am Dienstag, den 19. Oktober, soll eine Universitätsvollversammlung stattfinden, welche die Ziele, Wünsche und Anregungen der Wissenschaft formulieren und weitergeben soll. So weit, so rosarot. Mangels Gesetzgebungskompetenz eher ein groß angelegtes Wunschkonzert.
Fakt ist: Die Situation der Universitäten und der akademischen Landschaft in Österreich ist desaströs. Überfüllte Hörsäle, mangelnde Laborplätze, fehlendes Budget für Professur und Mittelbau. An diesem Umstand gibt es nichts zu rütteln und er ist auch nicht wegzudiskutieren. Dass diese Rahmenbedingungen nicht zur allseits erbettelten und (tatsächlich) nötigen Exzellenz der Forschung und Lehre führen kann, ist wohl mehr als einleuchtend..
Vorrangige Sorge ist die Behebung der Geldnot unserer Bildungseinrichtungen. Czernin erinnert in diesem Zusammenhang an die Forderung der Rektoren, die jetzt als Initiatoren des Protestages auftreten, in einer Plenarsitzung vom 01.12.2008, Studienbeiträge ganz abzuschaffen. Sie können sich somit einer Mitverantwortung an der Ausweitung der finanziellen Schieflage des Hochschulbudgets nicht entziehen.
Abhilfe würde das Studieninvestitionsmodell der JES schaffen: Wird das Studium innerhalb der vorgesehenen Zeit abgeschlossen, erhält der Student den gesamten Betrag seiner semesterlich eingezahlten Studiengebühren zurück. Mit jedem weiteren Semester verringert sich der Auszahlungsbetrag um einen Semesterbeitrag, der neben den laufenden Beiträgen und deren Verzinsung ausschließlich der Verbesserung des Universitätsbetriebs dient und vor staatlichem Zugriff geschützt sein soll.
Leistungs- und Förderstipendien sollen daneben als stützende Maßnahmen bestehen bleiben. Dieses System würde neben einem Startkapital nach abgeschlossenem Studium für die Studenten auch eine Entlastung des staatlichen Budgets bewirken, eine Ausweitung des Studienbudgets, sowie einen effizienteren Ausbau des Universitätsbetriebes.

